Hello Baby

Ihre eigenen Erfahrungen eines Kinderwunsches mit Ende 30 und den Besuch in einer Kinderwunschklinik in Seoul hat die südkoreanische Autorin zum Anlass genommen, dieses Tabuthema in ihrem Land in einem Roman zu behandeln. So lässt sie sechs Frauen Hello Baby aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu Wort kommen, indem sie ihre Lebensverhältnisse, ihren Kinderwunsch und die strapaziösen Behandlungen beschreibt. Über den Gruppenchat „Hello Baby“ sind sie miteinander verbunden, tauschen sich aus, klagen ihr Leid und ermutigen sich gegenseitig. Deutlich wird dabei, dass Südkorea ein patriarchalisches System ist; und da ist das Kinderkriegen Frauensache und ein unerfüllter Kinderwunsch wird nicht offen thematisiert. Oder aber Frau verschreibt sich ganz ihrer beruflichen Karriere, dann ist kein Platz für Kinder. Auch können sich viele junge Paare aus finanziellen Gründen kein Kind „leisten“. – Viele gesellschaftliche Fragen schwingen im Hintergrund dieser Frauengeschichten mit in einem Land mit der weltweit niedrigsten Geburtenrate. Eindringlich werden die Gefühlslagen der Frauen zwischen Sehnsucht, Hoffnung, Erwartungsdruck und Enttäuschung geschildert, auch wenn sprachlich noch „Luft nach oben“ ist. Für Leser:innen mit einem Interesse an Südkorea gerne empfohlen.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Hello Baby

Hello Baby

Kim Eui-kyung ; aus dem Koreanischen von Inwon Park
Blumenbar (2025)

223 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621835
ISBN 978-3-351-05128-0
9783351051280
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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