Mauerpogo
Sonja M. Schultz schreibt flott, frech und authentisch. Ihr Roman über Jo, die eigentlich Josephine heißt und gerade ihre Jugendweihe hinter sich hat, ist extrem gut recherchiert und versetzt den Lesenden in die Zeiten des Kalten Krieges und eines
geteilten Deutschlands. Als sie in einer Westzeitung das Bild einer Punkerin in der Londoner Kings Road sieht, beginnt Jos Rebellion gegen ihr piefiges Leben zwischen Datsche und Zenti. Sie färbt ihre Haare grün, verbringt mehr und mehr Zeit im "Pressluftschuppen" und findet mit Ratte eine gleichgesinnte Freundin, sogar mehr als das. Doch durch ihr Verhalten bringt Jo sich selbst, ihre Familie und ihre Freunde zunehmend in Gefahr, denn der Stasi entgeht nicht, dass sie nicht staatskonform lebt. Ein packender Roman, der umso mehr unter die Haut geht, da er auf realen Fällen beruht. Lesenswert!
Kirstin Kreis
rezensiert für den Borromäusverein.
Mauerpogo
Sonja M. Schultz
Blumenbar (2025)
366 Seiten
fest geb.