See der Träume
Eigentlich sollte sie glücklich sein: Mann, Wohnung, einen Beruf, den sie dank des Mannes nicht auszuüben braucht, und jede Menge Freiraum für sich. Doch Lucy fühlt sich eigentlich nur leer und unsicher. Daher reist sie zu ihrer Mutter nach Upstate
New York, vorgeblich, um ihr nach einer OP beizustehen, doch eigentlich sehnt sie sich nach Halt. Den findet sie aber zunächst auch in der Heimat nicht: Sie begegnet ihrem langjährigen Exfreund und verliert deswegen fast den Boden unter den Füßen, sie entdeckt ein geheimnisvolles Papier, das Hinweise auf ein lang verschüttetes Familiengeheimnis birgt, und sie gerät immer mehr ins Zweifeln, was mit ihrem Vater tatsächlich geschehen ist - war es wirklich ein Angelunfall, durch den er gestorben ist? Als schließlich auch noch ihr Freund anreist, der gerade aus ethischen Gründen gekündigt hat, fühlt sie sich wirklich verloren - und schafft es doch, ein Familiengeheimnis zu lüften und einen längst vergessenen Teil ihrer Familie - und sich selbst - wieder nach Hause zu führen. - Emotional, spannend und in zartfarbenen Worten führt Kim Edwards ihren Leser in eine konfliktreiche Innenwelt der unsicheren Protagonistin. Obwohl bisweilen gängige Klischees des Familien-Frauen-Romans bedient werden, zeichnen den Roman doch die malerische Stimmung und die satten Farben aus, mit denen die rätselhaften Enthüllungen der eigenen Familiengeschichte gezeichnet werden. Ein zarter Roman zum darin Versinken. (Übers.: Gesine Schröder)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
See der Träume
Kim Edwards
Rütten & Loening (2011)
477 S.
fest geb.