Amlas Töchter
Ayukta führt fernab der Heimat ihrer Vorfahren, in Brooklyn, eine glückliche Beziehung mit ihrer Frau Nadya. Beide wünschen sich eigentlich ein Kind, wenn da nicht Ayuktas Gabe wäre, die meist schmerzhaften Erinnerungen aller Frauen in ihrer Familie
aus den letzten tausend Jahren zu spüren und zu durchleben. Aus Furcht, eine Tochter durch die Weitergabe dieser Begabung zu belasten, schiebt sie ihren Kinderwunsch immer wieder auf. Anhand der Erinnerungen von Ayuktas Großmutter Amla werden die Lesenden Zeugen der großen politischen Umwälzungen Pakistans, der Teilung des Landes und der gesellschaftlichen Konflikte. Anhand beispielhafter Schicksale gelingt der Autorin in ihrem Debütroman eine lebendige Darstellung der Geschichte Pakistans und der Traumata, die von einer Generation auf die nächste weitergegeben werden. Empfehlenswert vor allem für Leser:innen, die sich für die Geschichte Pakistans oder Südasiens interessieren.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Amlas Töchter
Asha Thanki ; aus dem Englischen von Nadine Mutz
HarperCollins (2025)
429 Seiten
fest geb.