Frank & Red
Der 67-jährige Frank hat sich nach dem Tod seiner Frau Marcie so in seine Trauer vergraben, dass er jeden Kontakt scheut und das Haus kaum noch verlässt. Hin und wieder erscheint ihm Marcie und spricht mit ihm. Nun aber fühlt er sich in seiner Ruhe
gestört. Eine junge Mutter ist mit ihrem sechsjährigen Jungen in das Nachbarhaus eingezogen. Dieser späht neugierig über den Zaun, erzählt dem alten Mann von seinen Erlebnissen und löchert ihn mit Fragen, die dieser nur widerwillig beantwortet. Aber der Kleine gibt nicht auf. – Der Roman des britischen Schriftstellers erzählt einfühlsam und lebendig, mal aus Sicht des kleinen Red, mal aus der des alten Frank, wie sie mit den Veränderungen in ihrer beider Leben umgehen, und wie sich ihr Verhältnis entwickelt. Matt Coyne gelingt es, praxisnah und realistisch, gespickt mit einer gehörigen Portion britischen Humors in die Vorstellungs- und Gedankenwelt der beiden Akteure einzutauchen. Er lässt die Leser:innen mitfühlen und verstehen, bringt sie aber immer wieder auch zum Lachen. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und modernen Familienlebens – ungeschminkt und direkt, vor allem aber unterhaltsam bis zur letzten Seite. Lesenswert.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Frank & Red
Matt Coyne ; aus dem Englischen von Kristian Lutze
HarperCollins (2025)
460 Seiten : Illustration
fest geb.