Die perfektesten 1440 Minuten meines Lebens
Eines Morgens liegt er da, Olivers Todestagsbrief. Nun weiß er, dass er nur noch 24 h zu leben hat. Zusammen mit seinem besten Freund Shane und Ronnie, Freundin seit der Grundschule und Gegenstand seiner feuchten Träume, springt er von der Brücke
in den Fluss, klaut Klamotten, will in ein Strip-Lokal, bekifft sich, lässt sich ein Tattoo stechen, ... Ja, und er verabschiedet sich von seiner Familie und küsst Ronnie. - Die verrückte Geschichte hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Da, wo Ollie lebt, gibt es Todestagsbriefe, in denen der Tod binnen 24 h angekündigt wird. Warum es diese Briefe gibt und wer sie verschickt, bleibt ungeklärt (und damit unbefriedigend). Dass Oliver viel Verbotenes ausprobiert, da er weiß, die Konsequenzen nicht tragen zu müssen, ist verständlich. Auch, dass alles nur dazu dient, die Angst vor dem Sterben zu verdrängen. Daraus erwachsen viele komische Situationen und zusammen mit den (gefühlten) 282 Peniswitzen tragen sie zur unbeschwerten Stimmung des Buches bei. Eine Reflexion über die Bedeutung dieses Wissens fehlt, und nur die letzten 50 Seiten versöhnen etwas mit der sonstigen Oberflächlichkeit. - Nicht das stärkste Buch zum Thema Sterben, aber sicher eines, über das man reden wird. (Übers.: Karlheinz Dürr)
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Die perfektesten 1440 Minuten meines Lebens
Shaun David Hutchinson
Arena (2012)
285 S.
kt.