Remember
Annabelles Erinnerung scheint wie ausgelöscht, als sie eines Tages in der Irrenanstalt aufwacht und ihren angeblichen Eltern vorgeführt wird, die sie jedoch noch nie zuvor gesehen hat. Ebenso wie ihr ist es auch drei Jungen ergangen, die, wie ihr
einfällt, mit ihr dieselbe Schule besucht haben. Sie alle sind sich sicher, zu Unrecht in dieser sterilen, kalten und sadistischen Klinik eingesperrt zu sein. Nachdem sie von einer Mitpatientin einen mysteriösen Hinweis erhalten haben, versuchen sie, aus der Klinik zu fliehen und die wahren Beweggründe herauszufinden - immer jedoch mit der Frage: Was bilden sie sich nur ein und was geschieht wirklich? Denn je mehr Hinweise die vier finden, umso mehr weisen diese auf eine unglaubliche Verschwörung hin. - Mitreißend von der ersten Seite an verfolgt der Leser die drängende Suche der Protagonisten nach der Wahrheit. Geschickt legt der Autor den Fokus auf die Emotionen und Gedanken der Protagonisten, die den Leser leicht in den Bann schlagen. Dabei gelingt ihm ein spannendes Spiel mit der Grenze zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit, zwischen Ausnahmezustand und Normalität, auch, wenn manche Fäden nicht immer ganz logisch gesponnen und Sprünge sichtbar werden. Dennoch ein packender Psychothriller nicht nur für Jugendliche.
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Remember
Roland Jungbluth
Arena (2012)
380 S.
fest geb.