Und dennoch ist es Liebe
Die größte Wunde im Leben von Paige ist der Verlust ihrer Mutter, die ihre fünfjährige Tochter ohne Abschied zurückließ. Kaum 18-jährig zieht die junge Frau von Chicago an die Ostküste, um sich als Porträtkünstlerin zu beweisen. Sie lernt
den Harvardstudenten und zukünftigen Herzchirurgen Nicholas kennen. Der Unterschied zwischen den beiden könnte kaum größer sein: Er kommt aus einem reichen, ambitionierten Elternhaus, ist hochgebildet und sehr verwöhnt; sie lebt anspruchslos und still vor sich hin, den großen Traum von einer College-Ausbildung immer im Auge. Die beiden heiraten. Bald ist Paige überfordert von den kultivierten Medizinerkreisen und der Geburt ihres Sohnes, der all ihre Kräfte raubt. Ohne Abschied verlässt sie ihre kleine Familie und sucht nach Antworten, die sie von ihrer eigenen Mutter zu bekommen hofft. In Rückblenden und wechselnden Erzählperspektiven beschreibt Jodi Picoult die berührende Entwicklung einer jungen Frau, die zu früh ihre Mutter verlor. Die Bemühungen, ihre Persönlichkeit trotz aller Widrigkeiten positiv zu formen, erzählen vom Schmerz wie von der Liebe, die sich in den verschiedensten Formen zeigt. Vor allem die facettenreichen Charaktere dieses ergreifenden Romans machen ihn zu einer zwar emotional nicht leicht zu ertragenden, aber beeindruckenden Lektüre. (Übers.: Rainer Schumacher)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Und dennoch ist es Liebe
Jodi Picoult
Bastei-Lübbe (2013)
Bastei-Lübbe-Taschenbuch ; 16420
619 S.
kt.