Paradox - Am Abgrund der Ewigkeit
In Phillip Petersons zweitem Science Fiction Roman "Paradox" ist die Menschheit in der Lage, in sehr viel kürzerer Zeit als heutzutage die riesigen Entfernungen im Weltraum zu überwinden. Als auf rätselhafte Weise der Kontakt zu zwei Raumsonden
abbricht, die im Begriff sind, unser Sonnensystem zu verlassen, wird eine bemannte Raumfähre losgeschickt, um das Verschwinden der Sonden zu untersuchen. Dabei macht die Crew eine Entdeckung, die das Leben auf unserem Planeten in ein völlig anderes Licht rückt. - Der Autor des Buches ist Ingenieur für Satellitenprogramme und kann somit einen guten Einblick in die technischen, wissenschaftlichen und bürokratischen Vorgänge und Machtstrukturen der NASA bieten. Dass das Buch trotzdem äußerst spannend und interessant ist, liegt vor allem an der, den menschlichen Horizont sprengenden Vorstellung galaktischer Weiten und der Frage nach dem Sinn menschlichen Lebens in diesem unendlichen Kosmos. Gerade hier gibt der Roman eine sehr bedrückende Antwort, die nicht unbedingt den menschlichen Vorstellungen oder dem Gedanken von Selbstbestimmtheit entspricht. Ein weiterer Grund für die Spannung in dem Roman sind die guten Charakterbeschreibungen. Denn das Leben auf engstem Raum zusammen mit den unterschiedlichsten Menschen, viele Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, ist auch eine psychische Herausforderung. Die zeitliche Nähe zur heutigen Realität lassen die Fiktion überdies sehr plausibel wirken. Ein dystopischer und von Hoffnungslosigkeit gekennzeichneter Science-Fiction Thriller, der stark von Motiven des Kinofilms "Die Matrix" geprägt ist und durchaus zum Nachdenken anregt.
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Paradox - Am Abgrund der Ewigkeit
Phillip P. Peterson
Bastei Lübbe Taschenbuch (2015)
Bastei Lübbe Taschenbuch ; 20843
477 S.
kt.