Die Erkundung der Welt

Der Historiker Jürgen Sarnowsky erzählt in diesem Überblick von den wichtigsten Entdeckungsreisen, die seit dem Mittelalter von Europa aus in unbekannte Regionen führten. Er stützt sich dabei auf Reiseberichte der Hauptakteure, die naturgemäß Die Erkundung der Welt subjektiv und interessengebunden das Geschehen widerspiegeln. Kenntnisreich, verständlich und spannend schildert der Autor die unterschiedlichen Beweggründe, die Menschen in unbekannte, unsichere Gebiete aufbrechen ließen, nennt Erwartungen sowie Enttäuschungen und zeigt kritisch die machtpolitische Dimension auf, die für die Bewohner der neu entdeckten Zonen in Rechtlosigkeit, Ausbeutung und Unfreiheit bestand. Waren es im Mittelalter christliche Pilger, die wegen ihres Seelenheils nach Jerusalem, Santiago de Compostela oder Rom reisten, so erwacht mit den weitverzweigten Handelsbeziehungen Genuas und Venedigs, den Reisebeschreibungen Marco Polos sowie den Aufzeichnungen von zahlreichen Missionsreisen nach Indien und China auch das Interesse an fremden Ländern und Kulturen, an Waren und Rohstoffen. Die Entdeckung Amerikas (1492) mit der anschließenden Besitznahme und Erkundung des gesamten Kontinents sowie die erste Weltumseglung (1519-1522) lösen eine gewaltige Eroberungswelle aus, die - nach der Entdeckung Australiens - zur Aufteilung der Welt zwischen den europäischen Großmächten führte. Detailliert geht Sarnowsky auch auf die seit dem Ende des 18. Jh. naturwissenschaftlichen Akzente der weltweiten Erkundungsfahrten ein und rundet so das lesenswerte Buch ab. - Sehr zu empfehlen!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Erkundung der Welt

Die Erkundung der Welt

Jürgen Sarnowsky
Beck (2015)

244 S. : Ill., Kt. (z.T. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 582409
ISBN 978-3-406-68150-9
9783406681509
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Er
Diesen Titel bei der ekz kaufen.