Vater des Regens
Daley ist erst elf, als sie mit ihrer Mutter den Vater verlassen muss, obwohl sie ein Vaterkind ist. Dieser ist unkonventionell, anziehend, letztlich jedoch völlig unempathisch. Für sein verletzliches, verstecktes Ego sucht er sich schnell eine neue
Familie. Daley fühlt sich für sein Wohl verantwortlich, was es ihr erschwert, ihr eigenes Leben unbeschwert in die Hand zu nehmen. Sie verliebt sich in einen afroamerikanischen Mann, der vor den Augen des Vaters nie bestehen würde und sucht familiäre Distanz. Erst als der kleine Bruder um Daleys Hilfe bittet, da sie die letzte Chance ist, den Vater vor dem endgültigen Absturz zu bewahren, bekennt sie sich zu ihrem Freund, ihrem Vater und letztlich zu sich. - Sehr berührend, nie kitschig, sich nicht scheuend, intime Situationen detailliert zu erzählen, führt Lily King ihre Leser/innen durch Hoch und Tief und entlässt sie - nicht ohne Hoffnung - in die schonungslose Realität. Ein mitreißender Roman. (Übers.: Sabine Roth)
Vater des Regens
Lily King
Beck (2016)
399 S.
fest geb.