Rückkehr nach Samthar
Nach 35 Jahren kehrt die Ich-Erzählerin zurück nach Indien, an den Hof eines Maharajas in einer ländlichen Gegend. Schon bei ihrem ersten Besuch als Zehnjährige war sie fasziniert von dem Gesamtwerk Indien. Als Erwachsene kann sie einzelne Elemente
daraus analysieren und die Wurzeln des aktuellen Zustands aus der langen Kulturgeschichte ableiten. Daraus entwickelt sie ein Bild des modernen Indiens, wo in den Städten die Bedeutung der Religion (Hinduismus) verschwindet und hauptsächlich durch Geld und Macht ersetzt wird. Am Hofe des Maharajas erlebt sie, wie noch immer koloniale Traditionen gepflegt werden, und gleichzeitig der Rhythmus religiöser Feste das Leben bestimmt und die Menschen im Einklang mit sich und ihrem Leben hält. Liebevoll und emotional skizziert sie die Menschen - von der Familie des Maharajas, seinen Dienern bis zum Wanderasketen. Leider mindert der etwas holprige Stil und sehr verschachtelte Sätze das Lesevergnügen für alle, die einen klugen und gleichzeitig emotionalen Einblick in ferne Kulturen schätzen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Rückkehr nach Samthar
Anna Katharina Fröhlich
Beck (2018)
269 S. : Ill.
fest geb.