21.1
Am Ende dieses Buches, der komplett überarbeiteten und zeitlich weiterführenden Neuauflage seines im September 2015 erschienenen Buches "21.0" (BP/mp 16/40), verweist Andreas Rödder, Historiker mit dem Schwerpunkt Neueste Geschichte, auf die bereits
von Aristoteles geäußerten Perspektiven einer vorhersehbaren Zukunft ("Es ist wahrscheinlich, dass das Unwahrscheinliche geschieht") und zieht daraus für unsere Zeit den Schluss: "Der historischen Erfahrung nach wird die Zukunft in doppeltem Sinne anders sein, anders als die Gegenwart und anders als gedacht". Diese Sicht gewinnt er aus den vielfältigen Erfahrungen und Ereignissen - vorhersehbaren und ungeahnten -, die besonders in den letzten Jahrzehnten auf die Welt einstürmten: Gegensatz China - USA, Covid-Pandemie, Einmarsch Russlands in die Ukraine, Klimawandel, Grenzen des Wachstums, Zuspitzung neuer Kulturkämpfe, gesellschaftliche Polarisierung, Konfrontation zwischen Russland/China und den westlichen Demokratien. Diese national wie international vorhandenen Problemlagen analysiert der Verfasser sowohl unter dem Aspekt absolut neuer Denk- und Handlungsmuster als auch unter dem Gesichtspunkt der Fortentwicklung bereits bestehender Strukturen oder Bedingungen. Im Zentrum seiner Ausführungen steht die Rolle Deutschlands in Europa, in der westlichen Welt sowie im globalen Raum. Seine fundierten Analysen geben einen beeindruckenden Überblick über die Voraussetzungen politischer, gesellschaftlicher wie wirtschaftlicher Entscheidungen, die als Grundlagen gegenwärtiger Lebensverhältnisse anzusehen sind (u.a. demografische Entwicklung, Digitalisierung, Formen des Zusammenlebens, Sicherheitspolitik, Globalisierung). In seinen Schlussbetrachtungen drückt er die Hoffnung auf eine bessere Welt aus, die durch "das Entschwinden des 20. Jh., die Rahmenbedingungen des Denkens, Redens und Handelns, den Wandel der Freiheit und den Umgang mit Ungewissheit" evtl. gelingen kann. - Äußerst informativ und zu Diskussionen anregend!
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
21.1
Andreas Rödder
C.H.Beck (2023)
510 Seiten
fest geb.