Wie man Mensch wird
Mit ihren Büchern zu Philosophie und Philosophen ist die Autorin Sarah Bakewell auch in Deutschland längst bekannt und beliebt (zul. "Das Café der Existenzialisten", BP/mp 16/881), ihr Buch zu Michel de Montaigne (Bespr. online) war auch hierzulande
ein Bestseller. Ihr neuestes Buch widmet sich dem Thema Humanismus. Von Denkern im Italien des 13. Jh. bis an die Schwelle des 21. Jh. folgt sie der universalen Idee davon, was es bedeutet, ein Mensch und menschlich zu sein. Wie immer kombiniert sie dabei biografische Details von Denkerinnen und Denkern mit den von ihnen vertretenen Ansichten. Mehr noch als in vorherigen Büchern ist das ein manchmal verwirrender Ritt von Petrarca bis Russell. Angesichts der vielen beschriebenen Menschen und ihrer Vorstellungen und Ideen ist es oft schwer, den Überblick zu behalten. Man sollte sich daher nicht zu sehr von Bakewells leichter, fast flapsiger Sprache in die Irre führen lassen - ihr Buch verlangt beim Lesen Konzentration, wenn auch weniger als "echte" Fachbücher über Philosophie. Dafür wird man mit neuen Erkenntnissen belohnt, denn selbst, wenn man meint, sich im Bereich des Humanismus auszukennen, hier wird man auf Menschen und Konzepte stoßen, die einem vorher unbekannt waren. Größeren Beständen empfohlen.
Friedrich Röhrer-Ertl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wie man Mensch wird
Sarah Bakewell ; aus dem englischen von Rita Seuß
C.H.Beck (2023)
496 Seiten : Illustrationen
fest geb.