Blow up!
Der Kunstkritiker lässt in einem Prolog, elf Kapiteln und einem Epilog Meilensteine und explosive Veränderungen in der internationalen Kunstszene Revue passieren. Er spannt einen Bogen von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als mit der Konzeptkunst
ein neuer Impuls gesetzt wurde (ein Urinal als Kunstobjekt), bis ins Jahr 2019, in dem eine festgeklebte Banane zum Kunstwerk erklärt wurde. Kunst spielte sich nicht länger nur auf Leinwänden ab, zeitgenössische Kunst nahm immer wieder neue Formen an: Kopien bzw. Wiederholungen anderer Künstler, Street Art, Performance-Veranstaltungen, Zusammenspiel von Kunst und Musik oder Mode, Kunstobjekte aus Lebensmitteln, gewagte Architektur … Kunst und Künstler:innen provozierten, um gesellschaftliches und politisches Bewusstsein zu wecken. Künstler:innen wie Beuys, Hirst, Warhol, Basquiat, Sturtevant, Kusama, Abramovic u.a. kommen selbst zu Wort oder werden in Interviews, Reportagen oder in Gesprächen anderer Personen vorgestellt. Teilweise erlebt man ihren Schaffensprozess mit, teilweise erfährt man Näheres über sie aus der Retrospektive. Shore und Rossetti haben sowohl die Vielfalt als auch die Abhängigkeiten der Kunstschaffenden voneinander, ihre Grenzüberschreitungen als auch ihre eigenen Begrenzungen, den gesellschaftspolitischen Kontext, die Akzeptanz, aber auch den Widerstand gegen die neuen Kunstströmungen gut in Text und Bild umgesetzt. Auch das ist Kunst. – Ab mittleren Ku-Bestände empfohlen.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Blow up!
Text von Robert Shore ; Illustrationen von Eva Rossetti ; aus dem Englischen von Christa Prummer-Lehmair und [einer weiteren]
C.H.Beck (2025)
231 Seiten : farbig
fest geb.