Das Jahr, in dem ich 13 1/2 war
Nach dem Umzug ist Tines Leben ganz schön aufregend: Carsten, der neue Lebensgefährte der Mutter zieht mit ein, eine kleine Schwester kommt auf die Welt, die Freundin hat ein Verhältnis mit dem Sportlehrer und in der Schule geht es steil bergab.
Carsten setzt dem ganzen die Krone auf, als er die kleine Maria taufen lassen will. Dadurch löst er eine Gefühlslawine und Auseinandersetzungen in der Familie aus. Die Ablehnung bröckelt, als Tine mit der Jugendweihe konfrontiert wird, sie jugendliche Gemeindemitglieder kennenlernt und die neue Großmutter ihr eine Lösung für ihr Dilemma weist. - Voller Empathie, doch ohne Gefühlsduselei erzählt die Autorin, Stadtjugendpfarrerin in Leipzig, einen Ausschnitt aus einem "ganz normalen" modernen Leben. Gläubig zu sein und sein Handeln davon leiten zu lassen, wird als Möglichkeit angeboten. Und die Personen, die dies verkörpern, sind durchaus Sympathieträger. - Ein wahrhaftiges Buch, das bereits in kleinen Beständen für Leserinnen ab 13 Jahren gut geeignet ist und mit dem Peter-Härtling-Preis 2007 ausgezeichnet wurde.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Jahr, in dem ich 13 1/2 war
Christiane Thiel
Beltz & Gelberg (2007)
Gulliver ; 1035
181 S. : Ill.
kt.