Schwarzer Vogel, süße Mango
Die Grenze für eigenständiges Handeln ist in Indien für Mädchen sehr eng gezogen - jedenfalls dann, wenn sie wie die 16-jährige Jeetha in einer sehr traditionsbewussten Familie aufwächst. Bildung ist nebensächlich, wichtiger sind gutes Aussehen,
eine gute Mitgift und gute hausfrauliche Fähigkeiten. Ihr Ehemann wird danach ausgesucht, ob Kaste, Horoskop und Einkommen stimmen, mit Glück kommt vielleicht auch Zuneigung dazu. Als Jeetha eine Freundin aus einer weniger traditionsbewussten Familie kennenlernt, unternimmt sie zaghafte Schritte, um aus diesem vorbestimmten Leben auszubrechen. - Dieser Roman vermittelt vor allem ein authentisches Familienbild aus Indien. Besonders angesichts des Erfolges der Bollywood-Filme mit ihrer verklärenden Romantik ein lesenswertes Buch, wenn auch ohne allzu hohen literarischen Anspruch. (Übers.: Birgitt Kollmann)
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schwarzer Vogel, süße Mango
Kashmira Sheth
Beltz & Gelberg (2007)
227 S.
fest geb.