Schlamm
Tamaya, die in die 5. Klasse einer Privatschule geht, musste ihrer Mutter versprechen, den Schulweg nie allein zu gehen und vor allem die Abkürzung durch den Wald zu meiden. Doch eines Tages beschließt Marshall, der den gleichen Schulweg hat, die
verbotene Abkürzung zu nehmen, um dem gewalttätigen Chad aus dem Weg zu gehen. Kurzentschlossen folgt ihm Tamaya in den Wald. Schon bald haben sich die beiden Jugendlichen hoffnungslos in einem unübersichtlichen Sumpfgebiet verlaufen. Als dann auch noch Chad auftaucht, eskaliert die Situation. Um ihren Freund zu schützen, greift sich Tamaya eine Handvoll von dem merkwürdig schlierigen Schlamm, der überall herumliegt und wirft ihn Chad ins Gesicht. Danach gelingt den beiden die Flucht, doch überall da, wo Tamaya mit dem Schlamm in Berührung gekommen ist, beginnt die Haut zu jucken und zu brennen. Keine Allergiesalbe hilft, der Ausschlag wird immer schlimmer. Als Chad spurlos verschwunden bleibt und immer mehr Menschen erkranken, wird klar, dass im Wald Seltsames vor sich geht. - Das neue Buch des amerikanischen Autors, der mit seinem mehrfach preisgekrönten Jugendbuch "Löcher" bekannt wurde, ist mit diesem Klassiker nicht vergleichbar. Trotzdem lohnt sich die Lektüre. Die Geschichte rund um die drei Jugendlichen ist spannend erzählt, und in immer wieder eingestreuten Protokollen und Interviews erfährt der Leser die wahren Hintergründe eines lange vertuschten Umweltskandals. Mit knapp 200 Seiten ist der spannende Jugendroman vor allem für die jugendlichen Leser ein besonderer Lesetipp, die allzu umfangreiche Lektüre eher abschreckt.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schlamm
Louis Sachar
Beltz & Gelberg (2015)
191 S. : Ill.
fest geb.