Der schwarze Mann
Anton ist nicht gerade ein braver Junge und wenn es der Mutter zu viel wird mit seinem Unfug, droht sie ihm mit dem schwarzen Mann. Umso erstaunter ist Anton, als eines Tages ein kleines, graues, verschrumpeltes Männlein sein Zimmer betritt und sich
als der schwarze Mann vorstellt. Eigentlich ist er ganz nett und man kann gut mit ihm spielen. Als jedoch die Mutter Wind von der Sache bekommt, versucht sie ihn zu verjagen. Da wird der schwarze Mann plötzlich sehr unangenehm. - Eine schon ältere Geschichte von Christine Nöstlinger legt Sauerländer mit neuen Illustrationen in einer gelungenen Kombination als Bilderbuch vor. Die Frage ist nur, ob heutige Kinder überhaupt noch Angst vorm schwarzen Mann haben? Wird ihnen damit noch gedroht? Man kann die Geschichte auch symbolisch deuten, mit dem schwarzen Mann als letzten pädagogischen Ausweg für eine von ihrem quirligen Sohn überforderte Mutter, die sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Wie auch immer, die gelungenen Illustrationen und der wie immer leicht schnoddrige Sprachstil der großen österreichischen Kinderbuchautorin machen das Buch durchaus empfehlenswert.
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Der schwarze Mann
Christine Nöstlinger. Mit Ill. von Stefanie Reich
Sauerländer (2012)
[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4