Die Rebellion der Maddie Freeman
Sieht so unsere Zukunft im Jahre 2060 aus? Die Menschen haben sich weitestgehend in ihre Wohnungen zurückgezogen, seit alles virtuell verfügbar ist, selbst der Schulstoff. Madeleines Vater ist der Erfinder der Digitalen Schule, der Unterricht findet
am häuslichen Bildschirm statt. Zwischenmenschliche Kontakte? Fehlanzeige! Doch Maddie vermisst zunehmend etwas in ihrem Leben, besonders seit sie unter Hausarrest steht, weil sie mit 15 Jahren Daten an die Kritiker ihres Vaters weitergeleitet hat. Und die suchen sie, um sie in die Reihen des Widerstandes gegen die zunehmende Bevormundung der Menschen aufzunehmen. Dabei spielt Justin eine Schlüsselfigur, Maddies Chatpartner, dem sie leibhaftig begegnet und der ihr das wahre Leben nahebringt, inklusive der Liebe. - Es sind die Schattenseiten der digitalen Welt, die die junge amerikanische Autorin in den Mittelpunkt ihrer Dystopie über eine junge Frau stellt, die in Konflikt mit allem gerät, was ihr wichtig erschien. Gerade aus diesem Spannungsfeld bezieht der Roman seine Brisanz, sein Tempo und seinen Nervenkitzel. Doch auch die wohltuend zurückhaltend erzählte Liebesgeschichte trägt zur Qualität des Titels bei. Einzig das sehr in Rosa gehaltene kitschige Titelbild befremdet wegen seiner Diskrepanz zum Inhaltsstoffwirklich gelungenes Jugendbuch für alle Bestände! (Übers.: Ulrike Nolte)
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Rebellion der Maddie Freeman
Katie Kacvinsky
Boje (2011)
366 S. : Ill.
fest geb.