Ein Zwilling hext selten allein
Das Motiv der getrennten Zwillinge (Das doppelte Lottchen) ist in diesem kurzweiligen Kinderroman schnell offensichtlich. Die 13-jährige Isidora, genannt Isi, hat sich gegen den Willen ihres alleinerziehenden Vaters einen Reitkurs auf dem Gut Fuchsbühl
organisiert. Reiten war ihr streng verboten. Bella, die Tochter der Gestütsbesitzerin, mag Dressurreiten und liebt es, wenn alles ordentlich ist. Und dann ist da noch der gleichaltrige Theo, der im Gestüt quasi der Junge für alles ist. Als sich die beiden Mädchen das erste Mal gegenüberstehen, können auch Isis blaugefärbte Haare keinen Zweifel lassen: Sie sind Zwillinge und wurden, als sie klein waren, voneinander getrennt. Die Gründe liegen in ihrer Hexennatur. Denn auch Isi ist genau wie alle anderen auf dem Gestüt eine Hexe. Wie bei Kästner tauschen die Mädchen die Rollen und Bella reist zu ihrem Vater in die Stadt. Allerdings ist es für Isi weitaus komplizierter, denn ihre Hexenkünste sind noch nicht entwickelt. Mühsam lernt sie, ihre magischen Fähigkeiten zu kontrollieren. Wie Theo und die Mädchen dem Zwillingsfluch die Macht nehmen, liest sich temporeich, spannend und kurzweilig. Im Anhang erklärt ein Glossar das Hexen-Vokabular, wird ein Rezept für Cookies angeboten und letztlich rundet die Vorlage für ein Lesezeichen das stimmige Werk ab.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Zwilling hext selten allein
Katharina Martin
Boje (2022)
Isi & Bella
228 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10