Indien zu Fuß
Oliver Schulz (*1968) ist 2008 und 2009 jeweils monatelang allein den 78. Längengrad entlang durch Indien gewandert, von der tropischen Südspitze bis an den Fuß des Himalaya im Norden, und hat dabei auf den Spuren der britischen Geodäten Lambton
und Everest, die im 19. Jh. den indischen Subkontinent zentimetergenau vermessen haben, die gesellschaftliche und geografische Wirklichkeit im 21. Jh. zu ergründen versucht. Er schildert in seinem eingehenden Bericht darüber (illustriert nur mit acht Seiten Farbfotos) seine Begegnungen mit Menschen und Landschaften in idyllisch rückständigen, verkommenen Dörfern, schwer zugänglichen Dschungelgebieten und im breiten Tal des Ganges, aber ebenso auch in breit wuchernden futuristischen Hightech-Städten im Landesinneren, auch gelegentlich das Aufeinanderprallen östlicher und westlicher Denkweisen in diesem geschichtsträchtigen und bevölkerungsreichen Subkontinent. Dem Leser wird ein breit gefächertes Bild von der indischen Wirklichkeit verschiedener Regionen, sozialer Schichten und geschichtlicher Zusammenhänge vermittelt und wird das Land nach der Lektüre anders sehen, als man es in den üblichen Reiseführern geboten bekommt. - Ein beeindruckender Erlebnisbericht, auch für jede Bücherei eine Bereicherung.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Indien zu Fuß
Oliver Schulz
Dt. Verl.-Anst. (2011)
287, [8] S. : Ill. (farb.)
fest geb.