Das lange Lied eines Lebens
July war eine jamaikanische Sklavin, die für ihren Sohn Thomas die Geschichte ihres Lebens aufschrieb. Der Leser findet sich auf einer Zuckerrohrplantage mit Namen Amity zwischen Feldsklaven, einem grausamen Aufseher, einem Massa und einer Missus
wieder. July erzählt ihre Geschichte in selbstverständlicher Detailtreue und Nebensächlichkeit, wie alle Geschichten, deren Grausamkeit einmal Teil eines vermeintlich normalen Lebens waren. - Andrea Levy stammt selbst von jamaikanischen Sklaven ab. Auch wenn sie die Romanfiguren frei erfunden hat, lässt sie beim Leser keinen Zweifel aufkommen, dass sich Julys Geschichte tatsächlich so zugetragen haben könnte. Die detaillierte Wiedergabe grausamer Geschehnisse auf der Plantage während der Sklavenaufstände ist möglicherweise nicht jedermanns Sache. Dennoch ist der vielschichtige Roman sehr zu empfehlen. (Übers.: Hans-Christian Oeser)
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Das lange Lied eines Lebens
Andrea Levy
Dt. Verl.-Anst. (2011)
363 S. : Ill.
fest geb.