Die Frau, die vom Himmel fiel
Marian weiß allmählich kaum mehr, wer sie ist (Marian oder Alice oder Florence?), was sie ist (Französin oder Engländerin?) und in wen sie verliebt ist: Clément oder Benoit? Begonnen hat diese Unwirklichkeit mit der Ausbildung zur Agentin, die
sie in einem geheimen Trainingslager in Schottland bravourös gemeistert hat. Dabei schloss sie auch zwei Freundschaften, die ihr nun bei ihrer Aufgabe in Paris helfen können: Yvette und Benoit, mit dem sich bald mehr entwickelt als Freundschaft. Ihr Auftrag lautet, einen genialen Physiker zu finden und dazu zu überreden, fortan für England zu arbeiten. Doch dieser Forscher ist ausgerechnet Clément, ihre alte Jugendliebe, die ihr Herz noch immer höher schlagen lässt ... - Vage Andeutungen, anschauliche Schilderungen zur Ausbildung als Topagentin, Beschreibungen romantischer Empfindungen, damit speist Simon Mawer die Leser über zwei Drittel des Buches ab. Thriller-Atmosphäre kommt leider erst, dafür umso dichter, in den letzten Seiten auf. Schuld daran mag wohl auch die Protagonistin sein, deren Gefühle eher kühl und nüchtern geschildert werden. So bietet das Buch viel Potential, das aber nicht ausgeschöpft wurde. (Übers.: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Frau, die vom Himmel fiel
Simon Mawer
Dt. Verl.-Anst. (2012)
378 S.
fest geb.