Immer wieder das Meer
Alessandro Lang, halb Italiener und halb Deutscher, ist schon in jungen Jahren als Lyriker arriviert. Die zielstrebige Medizinstudentin Roberta begegnet ihm, als ihr Freund wegen eines Unfalls ins Krankenhaus muss. Roberta geht ihren nicht einfachen
Weg und wird Ärztin in den USA. Ihre Ehe mit einem Berufskollegen ist belastet durch ihre Kinderlosigkeit. Ihre Schwester Nannina denkt "bürgerlicher" und will zuhause eine Familie haben. Doch sie verschlägt es nach München, wo sie eine langjährige Beziehung zu einem Verleger eingeht. Lang befreit sie aus dieser Verstrickung. Lucia ist ebenfalls beruflich ehrgeizig und wird Bankerin. Im Gegensatz zu Roberta hat sie viele oberflächliche Beziehungen zu Männern, auch zu Lang. Während die Eltern älter und kränker werden, wird das Verhältnis der drei Schwestern immer mehr belastet. Sie versöhnen sich, als Jahre später die jüngste Schwester, Nannina, Alessandro heiratet. - In den Lebenswegen der Schwestern verknüpft die Autorin drei ganz unterschiedliche Lebensentwürfe moderner junger Frauen. Jede von ihnen erlebt die Beziehung zum jungen Dichter anders; die verwandtschaftliche Verknüpfung fügt noch Dimensionen wie Eifersucht kontra familiäre Verbundenheit und das Verhältnis zu den alternden Eltern hinzu. Über allem schwebt ein Hauch Romantik, der nicht zuletzt aus den Schilderungen der toskanischen Landschaft genährt wird.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Immer wieder das Meer
Natasa Dragnic
Dt. Verl.-Anst. (2013)
361 S.
fest geb.