Wer wir waren
Dass Menschen und Affen einen gemeinsamen Stammbaum haben, ist hinlänglich bekannt. Wann aber trennten sich die Wege? Wie entwickelte sich der Mensch? Diesen Fragen geht auf neuestem wissenschaftlichem Stand der Genetiker und Paläontologe Barbujani
nach. In 15 Kapiteln zeigt er die Entwicklung von Lucy, der ersten Spezies, die auf zwei Beinen ging, über den Homo erectus, den Homo heidelbergensis, den Homo neandertalensis bis zum Homo sapiens, dem heutigen Menschen. Dazu gibt es farbige Porträts, die mit Hilfe der Analyse alter DNA erzeugt werden konnten. Überhaupt ist die Genanalyse zu einem außerordentlich wichtigen Instrument geworden, mit deren Hilfe viele der großen Wanderungen und Migrationsbewegungen sowie des genetischen Austausches nachgewiesen werden konnten. Während die meisten Vorfahren des Menschen ausgestorben sind, hat sich der Homo sapiens zwar stark verändert, durch die immer besseren Leistungen des Gehirns konnte er sich aber zu dem entwickeln, was er heute ist. Ein Glossar und ein Literaturverzeichnis ergänzen das gut lesbare Werk, das ab mittelgroßen Beständen empfohlen werden kann.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wer wir waren
Guido Barbujani ; aus dem Italienischen von Enrico Heinemann
Deutsche Verlags-Anstalt (2025)
251 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig), Karten
fest geb.