Von hier betrachtet sieht das scheiße aus
Ben wird in 50 Tagen von einem Auftragskiller getötet werden. Das Einzigartige? Er hat ihn selbst engagiert. Denn er hat genug vom Leben. Er ist einsam, hasst seinen Job und während der verbleibenden Zeit möchte er nur noch seine Angelegenheiten
ordnen. Doch wie lebt man, wenn man weiß, dass das eigene Verhalten keine weitreichenden Konsequenzen mehr hat und man deshalb einfach loslässt? Und könnte man so einen Auftragskiller auch abbestellen, wenn man auf einmal auch andere Dinge als Leere fühlt? - Nicht nur die Grundidee dieses Buches ist sehr ungewöhnlich, auch mit dem Schreibstil hebt sich der Autor deutlich von anderen Romanen ab. Deshalb muss man sich anfangs allerdings erst einmal daran gewöhnen. Ben ist seinem Umfeld gegenüber sehr distanziert, weshalb es zu Beginn auch kaum Dialoge gibt. Stattdessen erhält man Einblick in seine zutiefst negativen Gedanken. Diese sind in einer sehr ehrlichen, derben Sprache verfasst, die nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte. Lässt man sich aber darauf ein, erwarten die Lesenden eine Menge reflektierter Gedanken und Beobachtungen über das Leben im Allgemeinen und seinen Sinn im Besonderen. Alles in allem ein einzigartiges Buch, das vor allem für jüngere Erwachsene geeignet ist.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Von hier betrachtet sieht das scheiße aus
Max Osswald
dtv (2022)
335 Seiten
kt.