Deutsch sein und schwarz dazu
Geboren wurde Theodor Michael in den Zwanziger Jahren in Berlin. Sein Vater kam 1910 aus dem deutschen 'Schutzgebiet' Kamerun ins Kaiserreich. Nach dem frühen Tod beider Elternteile folgte ein Leben als Waisenkind in einem Wanderzirkus. Während des
'Dritten Reichs' schlug er sich als Hotelpage und als Statist beim Film durch, bis zu seiner Zwangsverpflichtung als 'Fremdarbeiter'. Erst nach dem Krieg eröffnete sich für Michael eine echte Perspektive in seiner Heimat Deutschland. Er wurde Schauspieler und schaffte es nach einem Studium in Paris bis zum Regierungsdirektor beim BND. - In seiner Biographie spricht Theodor Michael in einer einfachen, überzeugenden Sprache über sein Leben, das in den frühen Jahren häufig ein Kampf ums Überleben war. Dabei bietet er in jeder Hinsicht überraschende Einblicke, da er seine Erlebnisse aus einer ungewöhnlichen Perspektive schildert. Michael thematisiert auch, wie mühsam und verletzend es ist, sein Leben lang gegen Rassismus und Vorurteile anzukämpfen. Ein leider immer aktuelles Thema. Gerne empfohlen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Deutsch sein und schwarz dazu
Theodor Michael
Dt. Taschenbuch-Verl. (2013)
dtv ; 26005 : dtv-premium
198, [16] S. : Ill.
kt.