Der Tag, an dem Barbara starb
Die Nachbarin der 89-jährigen Margaret Winterbottom wird tot in ihrem Haus aufgefunden. Kurz vor ihrem Tod hat Barbara Margaret noch ein Geheimnis anvertraut. Aber Margaret kann sich partout nicht mehr erinnern, um was es ging. Sie gleitet mehr und
mehr ab in die Vergangenheit, in die Erinnerungen an ihre Arbeit im Zweiten Weltkrieg beim Geheimdienst und an ihren geliebten Mann Albert. Die Gegenwart verblasst immer mehr. Margaret und ihr 15-jähriger Enkel wollen gemeinsam herausfinden, was mit Barbara passiert ist, und James entwickelt trickreiche Strategien, um das Erinnerungsvermögen seiner Oma zu aktivieren. – Trotz des rosafarbenen Buchumschlags handelt es sich weniger um „cosy crime“ als um einen einfühlsamen Roman über das Altern und seine Beschwernisse. Die Ich-Erzählerin leidet unter ihrer Verwirrtheit und Kraftlosigkeit, sie hat Angst vor dem Verlust ihrer Autonomie, der Altersdemenz und dem Pflegeheim. Am Schluss ist das clevere Ermittlerduo aus Alt und Jung tatsächlich klüger als die Polizei und überführt den Mörder. – Sehr gern empfohlen.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Tag, an dem Barbara starb
Richard Hooton ; Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg
dtv (2025)
381 Seiten
kt.