Die Welt voller Wunder
Der letzte (nachgelassene und erst kürzlich entdeckte) Roman der Nobelpreisträgerin von 1938 schildert die Entwicklung von Rann Calfox, eines ungewöhnlichen Kindes, dem seine Eltern alle nötige Förderung angedeihen lassen. Nach dem plötzlichen
Tod des Vaters begibt sich der Heranwachsende auf eine Art Kavalierstour, um die Welt außerhalb der Bücher kennenzulernen. Er begegnet seinem Großvater in New York, dann einer englischen Lady, die ihm das Geheimnis der körperlichen Liebe offenbart. Die nächste Station ist Paris, wo Rann Mr Kung und seine Tochter Stephanie kennenlernt. Kunst und Kultur Chinas werden ihm so vertraut gemacht. Rann kehrt zurück, wird zum Militär einberufen und in den Korea-Krieg geschickt. Dort schreibt er seine Erlebnisse aus der Perspektive eines alten Koreaners nieder und erzielt schon mit der Rohfassung einen großen literarischen Erfolg. Er söhnt sich dadurch mit seinem alten Mentor aus, verliert aber Stephanie auf nahezu tragische Weise. - Sehen, staunen, fragen - in allen Lebensphasen handelt der Protagonist so, gleich ob bei Bücherweisheit oder bei menschlichen Begegnungen. Der Roman endet offen, aber positiv und hebt sich damit deutlich von Darstellungen scheiternder Hochbegabter ab. Buck will jedem Leser die Botschaft mitgeben, dass auch seine Welt bestaunenswert ist. (Übers.: Britta Mümmler)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Welt voller Wunder
Pearl S. Buck
Dt. Taschenbuch-Verl. (2015)
366 S.
fest geb.