Verdrehte Zeit
Als der Bibliothekar Waclaw Konradius nach Hause kommt, begegnet ihm im Treppenhaus eine junge Frau. Sie überreicht ihm einen Briefumschlag und verschwindet dann schnell wieder. Bei der Frau handelt es sich um Malgorzata, ein Mitglied der Untergrundgruppe,
der auch Waclaw während des Krieges angehörte. Unversehens sieht sich Waclaw in einen Vorfall verwickelt, der zwanzig Jahre zuvor stattgefunden hat: Seine Widerstandsgruppe hatte einen Gestapomann ermordet, um wichtige Unterlagen zu entwenden. Alle Beteiligten der Aktion kamen ums Leben, auch Malgorzata - Waclaws große Liebe. Waclaw gibt sich nach dieser merkwürdigen Begegnung als Journalist aus und spürt den Ereignissen von damals noch einmal nach. - In Odojewskis Geschichte vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart der Hauptfigur zu einem mysteriösen Plot, der nur schwer zu durchschauen ist. Dazu trägt auch die Sprache der Erzählung bei: lange, komplizierte Sätze, die beinahe umständlich die Erlebnisse der Hauptfigur schildern. Das Buch ist ein gelungener Verweis darauf, wie die Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein unser Leben und unsere Gedanken bestimmen kann. Für anspruchsvolle Leser/innen. (Übers.: Barbara Schaefer)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Verdrehte Zeit
Wlodzimierz Odojewski
Dt. Taschenbuch-Verl. (2016)
158 S.
fest geb.