Alles immer wegen damals
Karla hat – obwohl Anfang 30 – ihr Leben nicht im Griff. Ausbildung immer noch nicht fertig, diverse Zwänge im Alltag, und die Miete muss auch noch bezahlt werden. Äußerst ungelegen kommt dann noch die Idee ihrer Schwester: ein gemeinsames Wochenende
in Hamburg mit Mutter Gerda. Denn zu der hat Karla vor vielen Jahren den Kontakt abgebrochen ... – Über Mutter-Tochter-Konflikte und Patchworkfamilien wurde schon viel geschrieben. An diesem Buch der jungen Autorin Paula Irmschler gefällt, dass auf sympathisch-überzeugende Weise das Verhältnis zweier grundverschiedener Frauen beschrieben wird, die zwar nicht miteinander, aber auch nicht ohneeinander können. Erzählt wird die Geschichte aus zweierlei Perspektiven. Zwar bleibt der Grund des Konfliktes verborgen, aber man spürt, wie schwer es fällt, sich aus Familienstrukturen zu lösen. Blut ist eben doch dicker als Wasser.
Tanja Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Alles immer wegen damals
Paula Irmschler
dtv (2024)
315 Seiten
fest geb.