Deep cuts
Percy und Joe besuchen im Jahr 2000 das gleiche College und kommen eines Abends in einer Bar ins Gespräch über Musik. Schnell ist klar, dass die beiden auf der gleichen Wellenlänge sind. Sie fachsimpeln über die Songs, die in der Bar gespielt werden
und vergessen darüber die Zeit. Kein Wunder, denn Percy hat, geprägt von ihrem Zuhause, das richtige Gespür für Sound und Texte, während Joe in seiner Freizeit Songs schreibt. Es entwickelt sich eine Freundschaft, von der sich Percy mehr erhofft. Joe ist allerdings gerade nur seine Musik wichtig und er ist froh, dass sie ihm mit ihren kritischen, aber wertvollen Hinweisen hilft, aus seinen Liedern etwas Besonderes zu machen. Im Jahr 2002 lebt Percy in New York, hat ein Studium hinter sich und noch keinen Plan, wie es weitergehen soll. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich mit der Anwerbung von Trendsettern für Marktforschung, das sind sozusagen die Influencer der 2000er Jahre. Währenddessen erlebt Joe mit einem Song, an dem Percy mitgearbeitet hat, einen kleinen Durchbruch und sammelt alle Lorbeeren selbst ein. Das sorgt für Ärger und Auseinandersetzung. Percy verfolgt aber trotz allem interessiert den weiteren Werdegang von Joe, ist hin- und hergerissen zwischen Mitfreude und Neid und sucht Trost in passenden Songtexten. Die Verbindung reißt jedenfalls nicht ab, ein Happy End ist jedoch nicht vorhersehbar. – Ein QR-Code zu allen 32 Songs, die im Buch eine Rolle spielen, sowie die Liste aller Interpreten und Titel findet sich am Ende des Romans. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis für Musikbegeisterte und alle, die es werden wollen, gewürzt mit einer für lange Zeit belasteten Beziehungsgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die im Besonderen die Musik vor der Jahrtausendwende lieben. Das Buch wird mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle verfilmt.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Deep cuts
Holly Brickley ; Deutsch von Stephan Kleiner
dtv (2025)
377 Seiten
fest geb.