Was ich dir erzählen möchte oder Lebensweisheiten für ein kleines Alien
In der Du-Perspektive erzählt eine unbekannte Erzählperson die Geschichte eines jungen Kindes, das schon früh das Gefühl bekommt, ein Alien zu sein. Sein Unverständnis für das Verhalten der Personen um es herum führt zu einer Faszination für
Sprache, die sich im Verlauf der Kindheit immer weiter vertieft und zu einer Obsession mit dem Voynich-Manuskript führt. Durch die direkte Ansprache des Kindes fällt es leichter, sich mit ihm zu identifizieren und seine Gefühle nachzuvollziehen. Diese werden sehr differenziert beschrieben, wobei die sehr eigene Wahrnehmungsqualität, die mit einer Autismus-Spektrum-Störung einhergeht, gut herausgearbeitet wird. Dadurch, und durch die Passion für Linguistik entsteht ein einzigartiger Roman, der das Aufwachsen des Kindes sehr realistisch einfängt. Anrührend wird die Hilflosigkeit in sozialen Situationen und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit herausgearbeitet. Somit bietet das Buch einen Einblick in eine sehr eigene Lebensrealität und stellt eine Leseempfehlung dar.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Was ich dir erzählen möchte oder Lebensweisheiten für ein kleines Alien
Alice Franklin ; aus dem Englischen von Margarita Ruppel
dtv (2025)
335 Seiten
fest geb.