Das dunkle Lied des Todes
Eva Bergmann hat die Hochbegabtenklasse der Mozartschule vor zwei Jahren übernommen. Jetzt sollen sie und der neue Lehrer Lars Bromsen mit ihren elf Zöglingen auf eine Klassenreise in ein altes Haus ohne modernen Komfort gehen. Was harmlos beginnt,
verwandelt sich alsbald in einen Horrortrip. Der Leser wird wie seine Protagonisten in einen Strudel von Verunsicherungen gezogen. - Eine Herausgeberfiktion betont den Wahrheitsgehalt der Geschichte und stützt sich angeblich auf ein Tagebuch und einige Zeugenaussagen. Eine dem Text vorangestellte Personenliste ordnet die Namen der Klasse den Figuren einer Schiffsbesatzung zu, die - wie sich kurz darauf herausstellt - 1934 verschwunden ist. Das Haus trägt den gleichen Namen wie das gekenterte Schiff: Pemba. Einige Gegenstände sind aus dem Schiff gerettet worden. Darunter befinden sich Aufzeichnungen des ertrunkenen Hausbesitzers, die - kursiv gesetzt - den Text durchziehen. - Weitgehend erfährt der Leser alle Ereignisse durch die Augen der Lehrerin, die gleichzeitig als ehemalige Alkoholikerin und psychisch labil dargestellt wird. Sie spürt, dass mit dem Haus eine Verwandlung vor sich geht, seit sie angekommen sind. Auch die Schüler bewahren ein Geheimnis, das sie zusammenschweißt, und das mit ihrer ehemaligen Lehrerin zu tun hat. - Perspektive und Montagetechnik ziehen den Leser in einen Sog von unheimlichen Mutmaßungen, Ungewissheiten und Verunsicherungen, die ihn das Buch nicht mehr weglegen lassen. Ein spannender Nervenkitzel, für alle Büchereien empfohlen. (Übers.: Gabriele Haefs)
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Das dunkle Lied des Todes
Bjarne Reuter
Dt. Taschenbuch-Verl. (2012)
dtv ; 71493 : dtv-extra
254 S.
kt.