Beth is dead
Angelehnt an den berühmten Klassiker Little Women erzählt dieser Roman die Geschichte von vier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es handelt sich hierbei jedoch um viel mehr als eine moderne Nacherzählung der Geschichte. Dadurch,
dass der Bestseller in der vorliegenden Erzählung schon veröffentlicht ist, fließen völlig andere Themen ein und durch den Mord wird zusätzlich noch eine Spannungsebene geschaffen. Der Autorin gelingt es hierbei, zutiefst menschliche Charaktere zu zeichnen, die auch viele Fehler haben und bei den Lesenden tiefe Gefühle hervorrufen können. Neben der Mordermittlung, bei der wirklich jede Figur verdächtig ist und Geheimnisse hat, werden auch aktuelle Fragen wie die Debatte um Autorenschaft, wer welche Geschichten erzählen darf, aufgegriffen und ausführlich thematisiert. Durch die starke Fokussierung auf die Charaktere und ihre Entwicklung ist die Handlungsgeschwindigkeit eher langsam und weicht dadurch von der Struktur eines klassischen Thrillers ab. Somit lässt sich das Buch vor allem für begeisterte Romanleser empfehlen, die sich etwas Spannung in ihren Geschichten wünschen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Beth is dead
Katie Bernet ; aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt
dtv (2026)
446 Seiten
kt.