Jonathan Riddle und das geheimnisvolle Rätselhaus
Jonathan Riddle hat ein Problem. Er hat einem seiner Mitschüler ein blaues Auge verpasst – und das war nicht das erste Mal, dass es Ärger gab. Deshalb wird der Dreizehnjährige von der Schule suspendiert. Seine Mutter bringt ihn kurzerhand für
eine Auszeit aufs Land zu seinem Onkel Aelfric und dessen Tochter Vic. Das Kuriose daran ist, dass Jonathan bisher keinen blassen Schimmer von der Existenz dieser beiden Verwandten hatte, die fernab der Stadt in einem alten Herrenhaus leben. Nicht nur das Haus, sondern auch Onkel und Cousine wirken mit ihrem sehr eigenen Lebensstil wie aus der Zeit gefallen. Das Haus selbst scheint voller Rätsel und Geheimnisse. Besonders spannend ist der lange Flur im ersten Stock mit seinen unzähligen, unterschiedlich gestalteten Türen, die in bestimmten Zeitabständen sogar ihre Position wechseln. Nach einer ersten Verunsicherung wächst Jonathans Faszination und Neugierde, und er macht sich gemeinsam mit Vic an die schwierige Aufgabe, die Schlüssel zu den magischen Türen zu finden, um die einzelnen Räume dahinter zu erkunden. Nach und nach wird klar, dass das ganze Haus unter einem großen Rätsel-Bann steht, den die Kinder nur durch Lösen kniffliger Aufgaben und logische Verknüpfungen lösen können. – Die Story ist nach Art eines Escape Room Spiels aufgebaut und animiert durch die abwechslungsreiche, gleichermaßen lustig wie spannende Gestaltung sehr stark zum Weiterlesen. Zwischen den einzelnen Kapiteln sind immer wieder thematisch passende Rätsel eingebaut, die man lösen kann, aber nicht muss, um der Handlung weiter folgen zu können. Eine insgesamt einfach zu lesende Geschichte, die auch sogenannte „Lesemuffel“ begeistern dürfte. Nebenbei erfährt man einige interessante Fakten über die Entstehung und Geschichte klassischer Rätselformen von früher bis heute.
Elisabeth Brendel
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jonathan Riddle und das geheimnisvolle Rätselhaus
Heiko Wolz ; mit Illustrationen von David Garcia Forés
dtv (2026)
237 Seiten : Illustrationen
kt.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10