Ein ziemlich unsichtbarer Freund
Nur eins ist schlimmer als Kopfschmerzen, sonnenlose Tage oder schmerzende Bienenstiche, nämlich: allein zu sein. Aber wenn die Umstände günstig sind, wie zum Beispiel ein Gewitter, ein feiner Faden Glück und ein wenig Magie, dann kann man ihn
zu sich rufen, den unsichtbaren Fred, der alles für einen tun wird und zwar so lange, bis ein echter Freund auftaucht. Dann löst sich Fred auf, fliegt in den Himmel und bleibt dort so lange, bis ein anderes einsames Kind ihn braucht. Aber auch Fred wünscht sich manchmal einen Freund, der für immer bei ihm bleibt. - Soweit der Einstieg in die von vielen nur leicht colorierten Zeichnungen überaus kreativ begleitete Geschichte, die ihren Fortgang darin nimmt, dass ein Junge namens Sam sich nach einem Freund sehnt. Von so einem Jungen hat Fred insgeheim schon immer geträumt. Wie weh ist ihm, als er merkt, dass Sam eine Freundin in der ganz realen Sammi findet. Für ihn heißt das nämlich, Abschied nehmen. Wunderbarerweise hat aber auch Sammi eine unsichtbare Freundin und alle vier haben noch eine kurze, tolle, kreative Zeit. Schließlich müssen sie sich aber doch trennen. Was bleibt, ist die tröstliche Gewissheit, dass echte Freundschaft immer bestehen bleibt. - Sprachlich dürfte diese fantasievolle Geschichte, obwohl sie so kindgerecht wirkt und auch zum Teil recht lebhaft daherkommt, gerade für jüngere Kinder doch noch zu komplex sein. Deshalb würde ich dieses Buch erst für Leser/-innen im Grundschulalter und darüber hinaus empfehlen, dies aber sehr gern!
Barbara Nüsgen-Schäfer
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein ziemlich unsichtbarer Freund
Eoin Colfer ; illustrations: Oliver Jeffers ; aus dem Englischen von Martin Baltscheit
dtv (2022)
[56] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6