Ein ganz normal Feind
Peter Wulkau wurde 1947 in der DDR geboren. Als er über 30 Jahre später nach Westdeutschland ausreisen darf, gilt er als Klassenfeind. In den Jahrzehnten davor wurde er bespitzelt, verhört und ins Gefängnis gesperrt. Ein Leben, das die Stasi überwacht
und manipuliert hat. Heike Bachelier hatte die Möglichkeit, die Dokumente einzusehen und Material für eine Veröffentlichung auszuwählen. Dazu gehören u.a. IM-Berichte sowie Abhör- und Vernehmungsprotokolle. Das daraus entstandene, vorliegende Buch entlarvt auf erschreckende, manchmal auch lächerliche Weise den Wahn eines politischen Systems, das die Kontrolle seiner Bürger zum wichtigsten Pfeiler der inneren Sicherheit des Landes erhoben hat. Die Dokumente zeigen aber auch, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich nicht anpassen, die dort, wo es ihnen möglich ist, Widerstand leisten. Einer von ihnen ist Peter Wulkau, kein Dissident, auf den die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gerichtet war, sondern ein junger Mann, der sich das eigenständige Denken nicht verbieten lassen wollte.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein ganz normal Feind
zsgest. von Heike Bachelier
Droemer (2012)
414 S. : Ill.
fest geb.