Ich glaub, mich trifft der Schlag
In diesem Buch gehen Ulrich Dirnagl (Professor für Neurowissenschaften) und Jochen Müller (Neurobiologe) der Funktionsweise des Gehirns nach. Der aktuelle Stand der Erforschung neurologischer Erkrankungen wird für ein breites Publikum beschrieben.
Die Erkenntnisse sind erhellend, manchmal auch ernüchternd. Es wird deutlich, dass die Wissenschaft zwar in der Analyse der Krankheiten weit ist, aber hinsichtlich der Ursachenerforschung als Voraussetzung für die Erzeugung pharmazeutischer Mittel noch am Anfang steht. Die Autoren arbeiten mit Metaphern, Skizzen und Vergleichen, befleißigen sich eines lockeren Schreibstils sowie kurzer Kapitel. Der Körper wird z.B. mit einer Firma verglichen, um die Informationsverarbeitung zu verdeutlichen. Bakterien, die die Blut-Hirn-Schranke im Gehirn überwinden, werden als Hooligans tituliert. Skizzen symbolisieren die Funktionsweise des Nervensystems. Auch der Transport elektrischer Signale zwischen Nervenzellen wird plastisch untermalt. Wenn Proteine in unterschiedlichen Hirnregionen verklumpen, sterben Hirnzellen. Verzögerung des Verlaufs erscheint möglich, nicht jedoch Heilung. Zu guter Letzt greifen alt bekannte Weisheiten wie "gesunde Ernährung, geistige und körperliche Aktivität, kein Tabak, wenn Alkohol, dann in Maßen". - Der Leser muss schon ein spezielles Interesse mitbringen, bekommt aber die Zusammenhänge anschaulich erklärt.
Gudrun Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich glaub, mich trifft der Schlag
Ulrich Dirnagl ; Jochen Müller
Droemer (2016)
334 S. : Ill.
kt.