2020
Als 2019 der erste Fall von SARS-CoV-2 auftrat, ahnte noch niemand, dass das Virus die Welt in tiefe ökonomische und politische Verwerfungen stürzen würde. Es begann ein Wettlauf um geeignete Gegenmaßnahmen, in manchen Ländern aber auch eine erbitterte
Konfrontation, die in teils gewalttätige Auseinandersetzungen mündete. Klinenberg, Soziologe an der New York University, vergleicht die Entwicklungen in verschiedenen Nationen und untersucht die Grundbedingungen, die zu den unterschiedlichen Reaktionen geführt haben. Nicht zuletzt anhand der Auswertungen von Posts auf sozialen Plattformen wird deutlich, welche aberwitzigen Blüten die Politisierung der Pandemie nicht nur, aber vor allem, in Amerika getrieben hat. Entscheidend für die Art des Umgangs mit dem Thema waren unter anderem: Vertrauen in die Institutionen, das Verhalten der Eliten, aber auch die Frage nach den sozialen Strukturen und den Spaltungstendenzen, die in einer Gesellschaft vorhanden sind. Die Ergebnisse verbindet Klinenberg mit dem Schicksal einzelner Bürger, denen er während seiner Recherchen begegnet ist. – Ein Buch, das gut verständlich geschrieben ist – auch für Leser:innen ohne wissenschaftlichen Hintergrund.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
2020
Eric Klinenberg ; aus dem Englischen von Sylvia Bieker und [vier weiteren]
Droemer (2024)
526 Seiten : Illustrationen, Diagramm, Karte
kt.