Malas Katze
Mala Kacenberg hat 1995 ihre Geschichte zum ersten Mal aufgeschrieben. Sie hat als 12-jähriges Mädchen in Tarnogród, Polen, die Tötung aller Juden, auch ihrer ganzen Familie, erlebt und überlebt. Allein lebt sie in den Wäldern, in Scheunen von
erbettelten Lebensmitteln. Mit Blick auf den nahenden Winter meldet sie sich als blonde Polin zum Arbeitsdienst in Deutschland und erlebt das Kriegsende als polnische Zwangsarbeiterin - Dienstmädchen in einem Gasthof in einer kleinen Stadt bei Leipzig - in Deutschland. Sie kommt mit Überlebenden aus den KZs nach England, heiratet dort, bekommt fünf Kinder - und schreibt nach 50 Jahren ihre Geschichte auf. Diese erscheint 2022 auch in Deutschland. Ihre Darstellung ist z.T. sehr detailliert, einiges wiederholt sie immer wieder, so ihren Hass auf die Deutschen, welcher sie immer wieder antreibt und ihr Kraft gibt. Mehrere Male wollen Ehepaare sie adoptieren, was sie wegen ihres Glaubens ablehnt, so auch Heiratsangebote. Daneben aber ist sie in ständigem Zwiegespräch mit Gott (HaSchem), ihre Rettung verdankt sie, wie sie sagt, allein ihm - und ihrem „Schutzengel“ in Gestalt ihrer Katze Malach, die sie in der ganzen Zeit begleitet. Das Auftauchen und Verschwinden der Katze ist mit Logik nicht immer nachzuvollziehen. Ihre Art zu erzählen ist nicht so ansprechend, wie ich sie aus den Berichten von anderen Überlebenden kenne, z.B. Anita Lasker-Walfisch, die Cellistin von Auschwitz. Doch als Geschichte des Überlebens ist sie interessant und wertvoll.
Barbara Schürmann-Preußler
rezensiert für den Borromäusverein.
Malas Katze
Mala Kacenberg ; aus dem Englischen von Charlotte Breuer und [einem weiteren]
Knaur (2022)
303 Seiten : Illustrationen
fest geb.