Die Freiheit so nah
Es ist ein trauriger Anlass, der Kay und seine alte Clique wieder in Rostock zusammenführt. Eine Freundin wird beerdigt und so finden sie alle nach Jahren zurück in ihre Heimatstadt. Für Kay, um den sich die Handlung dreht, der Anlass, sich zurückzuerinnern.
Das geschieht nicht ohne Bitterkeit. Die eingeschworene Gemeinschaft ist zusammen in den letzten Jahren der DDR aufgewachsen und hat beim Erwachsenwerden schmerzhaft die engen Grenzen gespürt, die das System ihnen gesetzt hat. Fast alle von ihnen gerieten auf die eine oder andere Weise in Konflikt mit dem Staat, Lebensentwürfe scheiterten. Und irgendwann erkennen sie, dass es in ihrer Mitte einen Verräter gegeben hat, der ihre Geheimnisse an die Stasi weitergetragen hat. - Die Autorin hat die Erlebnisse ihres Mannes als Grundlage für den Roman genommen, der aber auch exemplarisch für das Leben einer ganzen Generation steht und ein lebendiges Bild der Zeit vermittelt. Eine berührende und zugleich spannende Lektüre über Deutschlands jüngste Vergangenheit.
Julia Heß
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Freiheit so nah
A. A. Kästner
Droemer (2023)
335 Seiten : Illustrationen
kt.