Die Frau hinter der Bühne
Mairéad Sweeny ist vor drei Monaten aus Irland ins Londoner West End, um Regisseurin zu werden. Erst einmal arbeitet sie am St. Leonard-Theater für eine Kostümbildnerin. Nach der Vorstellung muss sie die Kostüme waschen und ausbessern. Als geschickte
Näherin begeistert sie sich für feine Stoffe. Doch ihre Schichten sind stressig, dazu kommt ihre Scham, wenn sie beim gutaussehenden Schauspieler Scott Gilbourne Maß nehmen muss. Eine Attacke des Personalbeauftragten kann sie erfolgreich abwehren. Als sie die Nachricht erreicht, dass ihre Großmutter gestorben ist, fliegt sie zurück nach Irland. Bereits im Flugzeug wird ihr klar, dass die Wut und Furcht, die sie mit ihrem Heimatort verband, noch da sind. Statt der Totenwache gibt es einen Familienstreit. Zurück in London erfährt sie, dass sie gefeuert wurde. Der Personalbeauftragte hat sie beim Produzenten angeschwärzt. Sie überlegt sich, ob sie nach Irland zurückkehren soll. – Die Irin Elaine Garvey hat selbst einen Theater-Hintergrund. In ihrem Debütroman stellt sie statt der Stars die Angestellten hinter der Bühne in den Mittelpunkt. Durch die Augen von Mairéad lässt sie das ländliche Irland und das aufregende Londoner Theaterleben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten kontrastreich lebendig werden.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Frau hinter der Bühne
Elaine Garvey ; aus dem Englischen von Juliane Zaubitzer
Droemer (2025)
220 Seiten
fest geb.