Herzenskind
Zwei unvorhergesehene Ereignisse sollen Noels Leben und das seiner Freunde und Familie in dem kleinen irischen Städtchen für immer verändern: einmal die Ankunft Emilys, seiner 50-jährigen, mitten im Leben stehenden Tante aus den USA - und die Ankunft
Frankies, seiner Tochter. Von deren Existenz erfuhr Noel erst, als die Mutter des Kindes mit Krebs im Endstadium im Krankenhaus lag und Noel von seiner Vaterschaft berichtete mit der Bitte, das alleinige Sorgerecht für das Kind zu übernehmen, wenn sie tot ist. Noel fühlt sich völlig überfordert, er ist Alkoholiker. Doch nach einem Gespräch mit Emily fühlt er sich plötzlich gestärkt und will einen Neubeginn wagen, wie so viele in dem kleinen Örtchen, die mit Emily und Frankie zu tun haben, auch wenn ihm dabei nicht nur die skeptische Sozialbeamtin Moira mehr als einmal im Weg zu stehen scheint ... - Eingängig, emotional anrührend und plastisch erzählt Maeve Binchy von den Veränderungen, die ein einschneidendes Erlebnis wie die Geburt eines Kindes nicht nur für eine Person, sondern eine ganze Familie, ja einen ganzen Ort haben kann. Zwar sind die meisten Handlungen vorhersehbar bzw. wirken manche der plötzlichen Wendungen eher konstruiert, alles in allem aber lässt man sich gerne mitnehmen auf diese Reise in ein irisches Dorf voller (fast ausschließlich) sympathischer Menschen - ein Frauenroman, ideal als leichte Sommerlektüre. (Übers.: Gabriela Schönberger)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Herzenskind
Maeve Binchy
Knaur (2012)
472 S.
fest geb.