Neuer Mut zur Zärtlichkeit
Es ist ein problematisches Feld, und besonders seit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche fühlen sich viele Menschen, die in der Seelsorge wirken, verunsichert: Wie gestaltet man das Verhältnis zu denen, sie sich einem anvertrauen,
ohne einerseits zu distanziert zu wirken und andererseits ohne dem anderen zu nahe zu treten? Der Autor, ein Jesuit und Pastoralpsychologe, gibt die Antwort bereits im Titel des schmalen, aber besonders für Verantwortliche in der Seelsorge lesenswerten Buches: Er plädiert nachdrücklich für einen angstfreien und Nähe schenkenden Umgang miteinander, der allerdings den andern in seinem Freiraum belässt und weder einengt noch bedrängt. So können pastorale Beziehungen und auch Freundschaften zölibatärer Menschen verantwortlich gestaltet werden und gelingen - mit Achtsamkeit und, ja, auch Zärtlichkeit. Dieser Begriff, den ja auch Papst Franziskus immer wieder verwendet, spielt eine zentrale Rolle, und nicht zuletzt am Beispiel Jesu kann man erkennen, dass Zuwendung und liebevoller Umgang unverzichtbar für wirkliche Begegnung sind. Sehr empfehlenswert, allerdings wohl eher für einen eingeschränkten Leserkreis!
Susanne Elsner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Neuer Mut zur Zärtlichkeit
Hermann Kügler
Echter (2014)
Ignatianische Impulse ; 65
87 S.
fest geb.