Die Blüte des Eukalyptus
Sofort steht für Keziah Stanley fest, dass sie ihrem geliebten Ehemann Gem nachreisen muss in die Strafkolonie, wohin er verschleppt wird. Doch der Weg ist keineswegs so einfach, wie gedacht: Das Reisen in der Kutsche erweist sich schon bald nicht
nur als unbequem, sondern zudem als überaus gefährlich, denn just Keziahs Kutsche wird überfallen, und ehe sie sich's versieht, hat sie aus ihrer Not heraus die Identität einer Mitreisenden übernommen, hat ihre Zigeunerherkunft abgelegt, um im verschlafenen Örtchen Ironbark als Lehrerin tätig zu sein. Jahrelang baut sie sich mühsam eine bescheidene Existenz auf, wird von einem anderen Mann geschwängert, von einem zweiten hintergangen und als sie endlich ihren Gem wiedersieht, will der sich von ihr und dem Kind trennen. Was soll sie jetzt alleine nur tun? - In bildreicher, eingängiger Sprache erzählt Johanna Nicholls ein ungewöhnliches Frauenschicksal im Australien des 19. Jh. Dabei gelingt es Nicholls nicht nur, eine glaubhafte, selbstbewusste Protagonistin zu entwickeln, wenngleich die männlichen Helden etwas blass erscheinen. Daneben behandelt sie das Thema Treue auch auf eine erfrischend neuartige Weise, was der Lektüre zusätzliche Freude bereitet. (Übers.: Pociao)
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Blüte des Eukalyptus
Johanna Nicholls
Page & Turner (2011)
734 S.
kt.