Das Dorf der Mörder
Die Streifenpolizistin Sanela Beara soll eigentlich nur den Tatort im Berliner Tierpark absperren. Ein Mann ist einem Gehege zu Tode gekommen. Zunächst ist es unklar, ob ein Unfall vorliegt oder ein Mord. Sanela ist neugierig und ehrgeizig. Als die
Tierpflegerin Charlotte Rubin ein Geständnis ablegt, zweifelt sie und stellt auf eigene Faust Recherchen an. Auch den Psychologen Saaler, der die Täterin auf ihre Schuldfähigkeit hin begutachten soll, beschleichen Zweifel. Die Spuren führen nach Wendisch Bruch, einem fast verlassenen, verwahrlosten Dorf im Brandenburgischen. Ein lang gehütetes Geheimnis, in das viele Dorfbewohner verwickelt sind, als Täter, als Opfer und als Mitwisser, entpuppt sich als erschütternde Tragödie. - Elisabeth Herrmann versteht es ungemein gut, Spannung und Bedrohung auf der psychologischen Ebene zu inszenieren. Sie fühlt sich tief in ihre Figuren ein. Allerdings ist die Geschichte auch ziemlich blutrünstig und dürfte deshalb manchem Leser gehörig an die Nieren gehen.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Dorf der Mörder
Elisabeth Herrmann
Goldmann (2013)
475 S.
fest geb.