Bergland
Nachdem Rosa ihren aus dem Krieg einarmig zurückgekehrten Mann Matthias spüren lässt, dass er kaum noch zu etwas nütze ist, wählt Matthias den Freitod. Mit Inbrunst und Erfolg kümmert sich Rosa allein um den Hof, vernachlässigt aber ihren Sohn
Sepp. Jahre später will Sepp den Hof zeitgemäßer bewirtschaften, aber Rosa hält an der traditionellen Art fest. Als Rosa schon lange tot und Sepp ein alter Mann ist, wehrt auch er sich gegen Veränderungen auf dem Hof, denn sein Sohn und dessen Frau nehmen Feriengäste auf, um den Hof zu retten. Erst durch die aufgeweckten Enkelkinder gelingt es Sepp, gemeinsame Wege mit der jungen Familie zu gehen: sein Wissen über den biologischen Anbau von Getreide und Kräuter, den Rosa betrieben hatte, kommt der Familie dabei zugute. Kubsova hat zeitweise auf einem Südtiroler Bauernhof gelebt und reale Erlebnisse in dem Roman verarbeitet. Wechselnd zwischen personaler und auktorialer Erzählweise stellt sie beeindruckend lebensnah die Sichtweisen der Erholung suchenden Touristen den an ihre Grenzen der Belastbarkeit rückenden Gastgebern gegenüber. Die Schlichtheit der bäuerlichen Lebensweise spiegelt sich auch in der einfachen Sprache wider.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Bergland
Jarka Kubsova
Wunderraum (2021)
283 Seiten : Illustrationen
fest geb.