Klytämnestra
Klytämnestra, die Tochter des Königs von Sparta und Schwester der schönen Helena, lebt in einer von Kampfgeist und Machtstreben geprägten Welt. Sie heiratet Tantalos, den König von Mäonien, und bekommt einen Sohn, aber beide werden von Agamemnon,
dem späteren König von Mykene, ermordet. Die Tat wird von Tyndareos, Vater der Klytämnestra, nicht nur gebilligt, er vermählt seine Tochter auch noch mit Agamemnon. Sie wird zur Königin von Mykene, aber sie hasst ihren Gatten, der nicht davor zurückscheut, ihre Tochter Iphigenie zu opfern, und sinnt auf Rache. Der Roman um Klytämnestra, um mächtige Könige, berühmte Helden, missachtete Königstöchter und grausame Machtspiele überzeugt leider weder erzählerisch noch inhaltlich. Die Erzählungen wirken konstruiert, die Nähe zu der Protagonistin, die der Roman herzustellen versucht, wirkt verstörend, wenn unvermittelt Messer gezückt werden, um jemanden abzustechen oder ihm die Kehle durchzuschneiden, und dann, als wäre nichts gewesen, zum Tagesgeschehen zurückzukehren. Am Ende drängt sich die Frage auf, ob es (noch) zeitgemäß ist, von einer missachteten Frau zu erzählen, die aufbegehrt und zur Mörderin wird. Ich möchte das Buch nicht empfehlen.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Klytämnestra
Costanza Casati ; aus dem Englischen von Sibylle Schmidt
Goldmann (2023)
553 Seiten : Karten
fest geb.